Hallo - was kann ich für Sie tun? Interesse an diesem Training?

Kontakt


Rufen Sie uns an:

+49 (0) 211 209 58 30

Schreiben Sie uns eine E-Mail:

kontakt (at) womanatwork.de


Füllen Sie das Kontaktformular aus,
und wir melden uns bei ihnen:

Pflichtfelder*

Kontakt


Rufen Sie uns an:

+49 (0) 211 209 58 30

Schreiben Sie uns eine E-Mail:

kontakt@womanatwork.de


Füllen Sie das Kontaktformular aus,
und wir melden uns bei ihnen:

Pflichtfelder*

Inspiration

ELIANE
GERVASONI

ZEIT IST FÜR MICH GOLD WERT

Eliane Gervasoni, PR-Managerin und Künstlerin in Lausanne


 

Als umtriebige PR-Frau für Kunst und Kultur, selbst erfolgreiche Künstlerin und Mutter zweier erwachsener Kinder lebst und arbeitest Du in Lausanne mit Blick auf den Genfer See. Wie bist Du zu Deinem heutigen Beruf gekommen – oder besser gesagt, zu Deinen Berufen?

 

Ich bin in Basel geboren und nach einem Studienaufenthalt in Cambridge hat es mich nach Lausanne gezogen, wo ich PR für Filmfestivals und Filme gemacht habe, u.a. von David Lynch, Bruce Weber, Claude Miller, Rob Reiner, Gus Van Sant, Kurosawa, J. J. Beineix und Alain Cavalier. Nach dieser spannenden, aber hektischen Zeit beschloss ich, mir Zeit für mich zu nehmen und für künstlerische Inspiration. Ich gab meinen Job auf und lebte drei Jahre auf den Seychellen und in London. Ein anderer Lebensrythmus, neue Eindrücke, eine neue Lebensart. Das war sehr wertvoll für meine persönliche Entwicklung und um innerlich zur Ruhe zu kommen.

 

Nach der Geburt meiner zwei Kinder habe ich eine Ausbildung im Kunstdruck absolviert und an Workshops in England und der Schweiz teilgenommen. Durch die Kunst habe ich eine neue Seite von mir entdeckt, eine neue Leidenschaft. Ich habe mein eigenes Kunstatelier eröffnet und stelle meine Arbeiten in Galerien in der Schweiz und im Ausland aus. Außerdem mache ich auch wieder PR für Film sowie Kunst, Theater, Architektur und Design.

 

Du bist Freiberuflerin, freischaffende Künstlern, Deine Kinder studieren. Welches sind die größten Herausforderungen, denen Du dabei begegnest?

 

Alles unter einem Hut zu kriegen, genügend Zeit für alle Aspekte meines Lebens zu haben, vor allem für meine Kunstprojekte. Zeit ist für mich Gold wert.

 

Als Künstlerin beschäftigst Du mit Grafik, Zeichnungen und Fotografie, nimmst an Ausstellungen in Europa und den USA teil. Welche künstlerischen Themen bewegen Dich besonders?

 

Besonders bewegen mich Themen wie Minimalismus, Abstraktion und experimentelle Komposition sowie Architektur und Design. In der Musik beschäftige ich mich mit Ton und Stille, in der Architektur mit Stille und Licht. Die Schriften von John Cage „Silence, lectures and writings“ haben mich ganz besonders fasziniert. Ausgehend von anarchistischen und Zen-buddhistischen Grundgedanken durchbrach Cage oft die Regeln und Grenzen der traditionellen Ausdrucksform.

 

Mit meiner Druckkunst-Serie „Singular forms, nearly always repeated“ habe ich mit Multiplizität experimentiert, mit Sequenzen, die sich wiederholen und ihrem Rhythmus. In meinen Zeichnungen mit weißer Tinte auf schwarzem Papier geht es um die serielle Deklination geometrischer Formen und ihre Evolution. Durch die Wiederholung einer Kadenz von weißen Linien und ihre Variation entstehen Vibrationen und optische Effekte, die dem Werk Leben verleihen.

 

Um Stille und Unendlichkeit, Raum und Freiheit, Präsenz und Abwesenheit geht es in meinen Fotografien und meinem Kunstbuch „Being slowly nowhere, einer poetische Ballade. Für die Ausstellung „Serial Compositions habe ich mich von den Schriften des Architekten Louis I. Kahn inspiriert. Seine philosophische Reflexion, spirituelle Suche und Sehnsucht nach einer materialisierten Sinnhaftigkeit und symbolischen Präsenz von Gebäuden haben mich ganz besonders bewegt.

1916 entstand der Dadaismus in Zürich. Heute verbindet man mit der Schweiz eher das Bankenwesen und präzise Uhren. Was ist heute in der Schweiz „Dada“?

 

Der Dadaismus brachte die radikale Skepsis gegenüber allem, was sich als Sinn des Daseins anbietet, zum Ausdruck – eine Absage an fertige Lebensrezepte. Dada steht damit für das Wesen von Kunst. Heutzutage ist in der Schweiz all das Dada, was das Weltbild ständig erweitert: die Meinungsfreiheit, die Schöpfungsfreiheit und die Infragestellung der Werte ebenso wie eine starke Kunst- und Kulturszene mit ihrer Vielfalt, u.a. an international renommierten Künstlern, Architekten, Designern und Erfindern. So konnte unter anderem das World Wide Web am europäischen Forschungszentrum CERN in der Nähe von Genf entstehen.

 

Was planst Du als Nächstes?

 

Ich plane ein neues Kunstprojekt, neue künstlerische Arbeiten und eine Ausstellung, die in Italien und der Schweiz gezeigt wird. Ich setze meine Öffentlichkeitsarbeit für Theater, Film, Design und Kunst fort, demnächst u. a. für das Atelierfest „Aperti, ouverture des ateliers d’artistes à Lausanne, im Rahmen dessen ich auch mein Atelier für Besucher öffnen werde.

 

Zur Website von Eliane Gervasoni geht’s hier.


Interview geführt im Frühjahr 2016